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Glamour mal ganz anders auf die Bühnen bringen
Als Highlight des Jahres 2004 wurde die Travestierevue "Black & White" angekündigt und zog über 150 Gäste in den
ausverkauften Saal des Kultuzentrums Nord "Siedlerheim". Doch wer eine gewöhnliche Travestieshow erwartet hatte,
wurde von der vierköpfigen Gruppe, bestehend aus der Diva "Marcella" alias Mark, der exotischen Schönheit "Tina Jones"
alias Frank, "dem einzig wahren Mann", Tänzer Ralf, und der Grande Dame der Travestie "Shirley Cartier" begeistert.
Das Programm "Paris bei Nacht", das erst kurz zuvor Premiere gefeiert hatte, ist ein Genuss für alle Sinne und eine
zauberhafte Mischung aus Kabarett und Tragik, perfekter Starimitationen und Livegesang, Jazz und Musical, Humor und
Melancholie, Klasse und Stil und natürlich fehlte es auch nicht an knisternder Erotik.
Das von Beginn an gut gelaunte Publikum jeden Alters war von den Herrendamen angetan und wurde in eine Welt voll
Glamour und Glanz entführt. Die Begeisterung, welche die Künstler bei ihrer Arbeit empfinden, ging sogleich auf die
Zuschauer über, was sicherlich auch am Bühnenbild, der musikalischen Umrahmung durch den Tontechniker Peter
Winterbauer, den Lichteffekten durch Maik Klement und den glamourös-funkelnden Kostümen lag, die alle eigens von den
Künstlern entworfen und geschneidert sind. Die zweistündige Darbietung ist das Resultat harter Arbeit, da sich die
Künstlergruppe erst zwei Monate zuvor neu formiert hatte und die Show innerhalb von sechs Wochen stehen musste.
Der Abend war ein voller Erfolg und auf jeden Geschmack abgestimmt. Die Gäste reisten durch Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft auf den Spuren großer Stars wie Marilyn Monroe, Edith Piaf, Donna Summer, Nana Mouskouri,
Toni Braxton, Bonnie Tyler und vielen mehr, die zum Verwechseln ähnlich imitiert wurden. Das Publikum war vor
Flirtattacken, spitzen und kessen Sprüchen, sowie eindeutig zweideutigen Gesten nicht sicher, genauso wenig wie die
Darsteller vor den neidischen Blicken auf die längsten Beine, knackige Hintern, viel Haut und anmutige Körper.
Nach der Pause ging es dann frisch gepudert und aufgedonnert weiter und wer dachte, dass die erste Halbzeit gut war,
wurde abermals überrascht. Elemente aus Theater und Musicals wie "König der Löwen" und "Phantom der Oper"
ersetzten bewegend und stilvoll zugleich die gewöhnliche Form der Travestie.
All zu schnell kam das Finale, an desse Ende dem Publikum ein Blick hinter die Maske gewährt wurde und klar war,
dass nichts so ist, wie es scheint.
Autor: red